NaturSchönheit © Ab 2017 Dorita's Colorgetics

Zurück zur natUR

Alle Kunst beginnt mit der Natur. Sie liefert VorBilder, die wir aufgreifen, um sie auf unterschiedlichste Medien zu übertragen. Mal vereinfachend wie in den Höhlenmalereien zu Beginn der Menschheitsgeschichte, mal mit maximalem Realismus und mal bis zur Unkenntlichkeit verfremdet. Und natürlich jede Abstufung dazwischen.

Bei aller Begeisterung für den urbanen Alltag zieht es mich stark zu begrünten Plätzen. Ein Aufenthalt in einer blühenden Gartenfläche, ein Gang durch einen Park oder Waldesgrün träufelt Balsam in meine Seele.

Erinnere mich: vor vielen Jahren erzählte mir eine Bekannte vom Selbstmord eines ehemaligen Freundes. Wir hatten uns längst aus den Augen und Herzen verloren. Vor Schock, Entsetzen, Hilflosigkeit und Trauer flüchtete ich instinktiv in Wald. Beim Wandern unter alten Baumkronen, zwischen Moosen und Farnen, Vogelgezwitscher im Ohr und wärmende Sonne auf der Haut, lösten sich Tränen und Schmerzen und setzten Heilung in Gang.

Durch Gebirgswald lässt sich nur aufmerksam laufen. Die Wege steigen an und fallen ab, es gilt kleinere Hindernisse zu überwinden. Körper und Geist bleiben wachsam, schlicht auch um Unfälle zu vermeiden. Zudem schläft nachts besser, wer tags über Stock und Stein lief.

Ein müder Körper schenkt dem Geist erholsame Ruhe*.

Mir eröffnet sich wandernd ein schier unendlicher Raum zum Innehalten. So wohltuend inmitten der Natur all das Leben zu spüren ringsum und in sich. Darum wissend Teil eines größeren Ganzens zu sein, spendet Trost und stärkt für den weiteren Lebensweg.
In solchen Momenten erwacht in mir Spiritualität. Da wird mir nachvollziehbar warum Menschen nach Göttlichem in unserem Dasein suchen – in der Außenwelt und ihrem Inneren.

Angefüllt mit den Farben und Düften da draußen spielt es für mich keine Rolle, ob eine göttliche Instanz über uns wacht,

Göttlichen Schöpferfunke zu verehren, motiviert ebenfalls Kunst zu schaffen.

Kunst entsteht allerdings nicht im luftleeren Raum. So wenig wie Sport beispielsweise. Beides dient(e) auch immer dazu bestehende Herrschaftsverhältnisse zu rechtfertigen und zementieren. Liefert(e) Begründungen, die es Einzelnen erlaubt sich zu Lasten vieler die Taschen vollzustopfen, über deren Lebenswandel zu urteilen, ihnen vorzuschreiben wie sie ihr Leben zu gestalten haben, ihnen das Leben zu nehmen, … Wer etwas anderes behauptet, lügt sich in die eigene Tasche.

Kunst und Sport sind je nach Kontext auch dann noch hochpolitisch, wenn sie selbst keinerlei politische Ziele verfolgen. Aktuelle Beispiele dafür: Scooter, der ein Konzert auf der Krim gibt oder die WM in Katar. Die politische Dimension löst sich durch das Leugnen der Protagonisten keineswegs in Luft auf. Mich wundert nur, ob es da an Einsicht und/oder wenigstens Unbehagen fehlt?

Ein ehrliches Bekenntnis zum begehrlichen Griff nach Ruhm, Geld, Privilegien bevorzuge ich klar gegenüber solch weltfremdem oder gar arglistigem Herunterspielen.


Vor kurzem empfahl ein Psychologe in seiner Zeitungskolumne aus genau diese Gründen Wandern als unterstützend, um einen Ausweg aus Krisen zu finden. Wirklich ein sehr empfehlenswerter Ansatz!

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